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Wunderbar gekonnt spielt sich in präzisem Timing Leila Müllers federleicht-gelungene Inszenierung ab. Vollkommen richtig setzt sie auf Unterbrechungen per Mienenspiel: Dem verbalen Schlagabtausch folgt der Blick auf den Augenblick, Grimassen und vor das Gesicht geschlagenen Händen. Das forciert eine etwas überspitzte Gestik, Sprachdynamik und Spielintensität. Die Kunst liegt bei Müllers Regiearbeit darin, dass der Pegel immer nur knapp unter oder über normal pendelt. So empfindet der Zuschauer das Hin und Her der Wortgefechte besonders eindringlich. In der direkt darauf folgenden fassungslosen Stille des Atemschöpfens wirken dann die verbalen Verletzungen besonders lächerlich.

Stilsicher hat Leila Müller genau diese tiefere Essenz der so rabiat-gefühlvollen Tragikomödie herausgearbeitet: Denn all die Komplexe, Diktatoren und Vergangenheiten, über die wir dann lachen können, verlieren ihren Schrecken. In der ausverkauften Reithalle gab es langen Applaus mit Trampeln und Bravos.

Bernd Schellhorn – Neue Presse, 16. Februar 2015

DER VORNAME

von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière

 

Spielzeit 2014|15 & 2015|16

Landestheater Coburg